ようこそ

Nippon — wo Stille eine Farbe hat

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鳥居 · Torii

Das Tor zwischen
den Welten

Wer hindurchgeht, lässt das Alltägliche zurück. Zinnoberrot gestrichen, damit die Farbe das Böse fernhält — und weil sie im Nebel als Erste wieder sichtbar wird.

波 · Nami

Die große Welle

Hokusai malte sie mit siebzig. Nicht das Meer ist ihr Thema, sondern der Berg dahinter, der ruhig bleibt.

四季 · Shiki

Vier Jahreszeiten

Stille —
ins Gestein sickert
der Schrei der Zikade

Matsuo Bashō, 1689

円相 · Ensō

Vollkommen,
weil unvollendet

Ein Pinselstrich, ein Atemzug. Der Kreis schließt sich nie ganz — wabi-sabi: Schönheit wohnt im Unfertigen, im Rissigen, im Verwitterten.

雪 · Yuki

Und dann fällt Schnee

In Ginzan Onsen dampfen die Bäder, während die Flocken auf die Holzfassaden sinken. Niemand spricht laut. Der Schnee schluckt jedes Geräusch.

灯籠流し · Tōrō Nagashi

Lichter für die,
die vorausgingen

Am Ende von Obon setzt man Papierlaternen auf den Fluss. Jede trägt einen Namen. Das Wasser bringt die Ahnen zurück in ihre Welt.